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Laos - Tourismus steckt noch in den Kinderschuhen

Ahnenkult und Animismus noch in den gebirgsregionen verbreitet

Großes Umweltproblem sind Blindgänger aus dem Viertnamkrieg


Die Demokratische Volksrepublik Laos ist ein Staat in Südostasien. Sie grenzt an China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar. Das einzige Binnenland in Südostasien hat sechs Millionen Einwohner auf einer Fläche von 236.800 km²; Hauptstadt und größte Stadt ist Vientiane. Der nur recht schmale Südteil von Laos liegt auf der Indochinesischen Halbinsel zwischen der südchinesischen Provinz Yunnan im Norden, Vietnam, dessen Nord- und Mittelteil sich östlich anschließt, Kambodscha, dessen Nordteil südlich angrenzt, und Thailand, dessen nördlicher Hauptteil westlich von Laos liegt. Der Nordteil des Landes liegt auf dem eigentlichen südostasiatischen Festland

Laos ist das einzige Binnenland Südostasiens und lässt sich topographisch in zwei Gebiete gliedern: zu einem in ein von Gebirgen geprägtes Gebiet, das sich in Nord-Süd-Richtung fast durch das gesamte Land zieht und Höhen von bis zu 2.820 Metern erreicht, und zum anderen ein kleines Tiefland an der Süd- und Südwestgrenze zu Thailand, in dieser Region befindet sich die Hauptstadt Vientiane. Die Gebirgsregion umfasst etwa neun Zehntel des gesamten Landes, deren höchster Berg ist der Phu Bia mit 2.820 m.

Der bedeutendste Fluss ist der Mekong, welcher in Tibet entspringt und bei Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam) ins Südchinesische Meer mündet. Er bildet auf einer Länge von etwa 1.000 Kilometern die Grenze zu Thailand und auch zu Myanmar; insgesamt berührt er laotisches Territorium auf 1.898 Kilometern. Der größte Teil des Landes befindet sich im Mekong-Becken und entwässert somit in das Südchinesische Meer. Nur 12 % des Territoriums, ganz im Nordosten, entwässern in den Golf von Tonkin. Am Mekong liegt die Hauptstadt Vientiane und die Stadt Luang Prabang. Andere wichtige Flüsse sind der Nam Ou, Nam Ngum sowie der Nam Xebanghieng.

In Laos herrscht tropisches Klima mit hohen Temperaturen, wobei es durch die großen Höhenunterschiede regional zu starken Temperaturschwankungen kommen kann. Das Klima wird sehr stark von den Monsunen beeinflusst. Von Mai bis Oktober herrscht der Sommer- oder Südwestmonsun, der mit starken Niederschlägen und hoher Luftfeuchtigkeit verbunden ist. In dieser Zeit fällt eine Niederschlagsmenge von durchschnittlich 1.778 Millimetern, während zwischen November und Februar durch den Nordostmonsun ein trockenes und kühleres Klima anzutreffen ist. In den Monaten Mai und April herrscht feucht-heißes Klima. Das Land ist etwa zu 50 % bewaldet. Es gibt sowohl Regenwälder mit tropischen Pflanzen wie auch Monsunwälder. Rund 8 % der Wälder werden als Urwald eingestuft. Laos beheimatet Tierarten wie Leoparden, Tiger und Elefanten, die wie in den anderen Ländern Südostasiens als Lasttiere eingesetzt werden.

Die Bevölkerung von fast sechs Millionen verteilt sich sehr ungleichmäßig über das Territorium. Die größte Bevölkerungsdichte weisen die Ebenen am Mekong auf, darunter besonders die Region um die Hauptstadt. Die bergigen Gebiete im Osten und Norden sind sehr dünn besiedelt. Weniger als ein Drittel der Bevölkerung lebt in Städten. Das größte urbane Ballungszentrum, Vientiane, hat eine Bevölkerung von schätzungsweise 600.000. Trotz der relativ niedrigen Bevölkerungszahl hat das Land eine sehr hohe Vielfalt in seiner ethnischen Zusammensetzung. Die Regierung von Laos unterscheidet die folgenden drei Gruppen nach ihrem Siedlungsgebiet:
* die Lao Loum leben in den Ebenen und vor allem in Städten. Sie machen ca. 67 % der
Gesamtbevölkerung aus.
* die Lao Theung leben auf den Hängen der Hügel und Berge bis in eine Höhe von etwa
1000 Metern. Anteil an der Gesamtbevölkerung: ca. 22 %. Sie gelten als die
Urbevölkerung des heutigen Laos.
* Lao Soung bewohnen die Regionen, die über 1000 Metern Seehöhe liegen und extrem
abgelegene Gebiete. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wird auf 10 % geschätzt.

Durch Fehlen moderner Einrichtungen zur Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung ist in ganz Laos Malaria verbreitet, obwohl das Risiko in und um Vientiane deutlich niedriger ist als anderswo. Zwischen Mai und Oktober ist das Malariarisiko am höchsten. Weitere Krankheiten, die von Stechmücken übertragen werden, sind Dengue-Fieber und Japanische Enzephalitis, daneben sind Hepatitis und Typhus weitere gefährliche Krankheiten, gegen die Touristen zeitig genug vor der Einreise nach Laos geimpft sein müssen. Vorbereitet sein müssen Reisende auch auf Durchfallerkrankungen sowie Dehydrierung.

Die laotische Kultur ist sehr eng mit der Religion verbunden. Die buddhistischen Tempel bildeten in früheren Zeiten in jedem Dorf das geistige Zentrum. Das Leben der laotischen Menschen war von der Religion bestimmt, und die meisten Aktivitäten erfolgten nach dem buddhistischen Kalender. Vientiane und Luang Prabang sind als Städte der tausend Tempel bekannt und weisen eine große Anzahl von Beispielen traditioneller Kunst und Architektur auf. Der Königspalast in Luang Prabang und der That-Luang-Stupa in Vientiane sind die bekanntesten Nationalheiligtümer in Laos. Ahnenkult und Animismus sind vor allem in der Bevölkerung der Gebirgsregionen verbreitet, wobei diese Leute teils zum Buddhismus übergetreten sind, ohne ihren traditionellen Glauben aufzugeben.

Laos ist, im Gegensatz zu Thailand und zunehmend auch Kambodscha oder Vietnam, noch weitgehend unberührt von Touristen. In Laos gibt es kaum touristische Infrastruktur, außerdem ist um 22:00 Uhr Sperrstunde. Diese Tatsachen machen das Land für Pauschaltouristen unattraktiv. Trotzdem ist der Tourismus einer der aufstrebenden Wirtschaftszweige und Devisenbringer, so setzt man in Laos auf den sanften Öko- und Kulturtourismus. Der einzige internationale Flughafen ist in Vientiane (VTE). Die nationale staatliche Fluggesellschaft ist Lao Airlines mit Sitz in Vientiane. Auf den asphaltierten Straßen gibt es regelmäßige Busverbindungen. In den abgelegeneren Regionen fahren vorrangig Kleintransporter mit Pritschenaufbau und zwei Sitzbänken (Songthaew). Je nach Straßenzustand und Wetter kann die Reisedauer stark variieren.
Auf dem Mekong verkehren Boote von Huay Xay über Luang Prabang nach Vientiane auf dem Mekong. Diese Reise dauert drei Tage Übernachtung in Pakbeng und Luang Prabang. Außerdem sind Schnellboote (Speedboats) unterwegs, die diese Strecke in nur einigen Stunden bewältigen; allerdings sind einige Unfälle dieser Schnellboote bekannt (die Passagiere müssen daher Schutzhelme tragen).

Ein großes Umweltproblem von Laos sind Blindgänger, die aus dem Vietnamkrieg stammen. Sie machen das Land zu einem der Staaten mit den größten Mengen an nicht explodiertem Kriegsmaterial im Boden. Von den mehr als 2 Millionen Tonnen an Bomben, die zwischen 1964 und 1973 über Laos abgeworfen wurden, sind bis heute etwa 50 % des Territoriums betroffen. Für einen landwirtschaftlich geprägten Staat wie Laos stellt dies ein großes Problem dar, und es werden regelmäßig Menschen durch Blindgänger verletzt oder getötet. Das UXO-LAO-Projekt, welches sich mit der Aufklärung der Bevölkerung und der Beseitigung von Blindgängern beschäftigt, ist einer der größten Arbeitgeber des Landes und wird von der UNDP, einigen Industriestaaten sowie von Hilfsorganisationen finanziert.

Vientiane ist eine der ruhigsten und beschaulichsten Hauptstädte Südostasiens mit breiten Straßen und einigen bis heute erhalten gebliebenen Häusern im französischen Kolonialstil. Die Stadt liegt inmitten einer üppigen Landschaft am Ufer des Mekong, direkt an der Landesgrenze zu Thailand. Vientiane ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Wer Vientiane besucht, kann folgende Sehenswürdigkeiten besichtigen:

* Französische Kolonialbauten und das Monument des Morts, das entfernte Ähnlichkeit
mit dem Arc de Triomphe in Paris hat
* Pha That Luang (königlicher Stupa) - das Wahrzeichen des Landes aus dem 16.
Jahrhundert, stellt die Vereinigung von Buddhismus und Laoismus dar,
Laos´Nationalheiligtum
* Lao Revolutionary Museum - umfangreiche Sammlungen zur Geschichte des Landes
* Wat Ho Prakeo - ein früherer königlicher Tempel
* Wat Sisaket - einer der ältesten Tempel der Stadt
* Thai-Lao-Freundschaftsbrücke - 1.774 m lange Brücke über den Mekong (nach Nong
Khai), die Laos mit Thailand verbindet.

Der Laos-Reisende wird auf alle Fälle auch die alte Königsstadt am Mekong, Luang Prabang besuchen. Dieser Sitz des einstigen Königsreiches von Laos liegt tief in den Bergen, am Ufer des Mekong, im Grün des Dschungels versunken. Seit sich Laos für den Tourismus geöffnet hat und Lung Prabang zum Weltkulturerbe erklärt und mit ausländischer Hilfe restauriert wurde, besuchen immer mehr Gäste die Stadt. Luang Prabang ist die Stadt der Tempel und Klöster, für deren Schönheit die Stadt berühmt ist. An den Hauptstraßen reiht sich Kloster an Kloster, von Mauern getrennt, aber durch Tore verbunden. Andere Klöster liegen an den Hängen der Hügel. Am bekanntesten ist der Königspalast mit dem Nationalmuseum Ho Kham. Ein Besuch lohnen auch die Märkte, auf denen der Gast noch den Minoritäten in ihren Trachten begegnen kann. Ein Tagesausflug ist auch der Besuch der Pak Ou-Höhlen wert, die sich 30 km mekongaufwärts befinden. Wenn möglich, sollte der Gast auch einen Ausflug in Gebiete der Bergstämme unternehmen und auch einen Ausflug in die Ebene der Tonkrüge (Thong Hai Hin) einplanen. Interessant für den westlichen Gast sind außerdem die Hochebenen im Süden des Landes mit den Khmer-Tempeln und das 1200 m hohe Boloven-Plateau.